Offizieller Bericht

Zeltlager 2007 in Soyen

Endlich wieder Sonne

Nach zwei extrem verregneten Jahren hatten die Mitfahrer und Verantwortlichen des Zeltlagers im Jahr 2007 endlich wieder Glück mit dem Wetter. Unter strahlender Sonne und über einen Zeitraum von 2 Stunden verteilt versammelte sich der Vortrupp, der auch dieses Jahr wieder durch einige Mitfahrer verstärkt wurde, am Kirchturm. Sack und Pack wurde auf den LKW geladen, den wir dieses Jahr trotz anfänglicher Zusage nicht ausleihen konnten und deshalb leider kostspielig mieten mussten. Nach der Ankunft im zwischen Wasserburg und Haag gelegenen Soyen mussten wir leider feststellen, dass der Zeltplatz mit dem 7,5 Tonner nicht zu erreichen war. Da hieß es schwitzen, LKW ausladen und Autoanhänger beladen, so dass man das ganze Material per PKW auf den Platz schaffen konnte. Unterstützt wurden wir dabei vom benachbarten Bauern, der uns mit Traktor und Anhänger zur Seite stand, und verdursten mussten wir auch nicht, dank einer großzügigen Spende in flüssiger Form, die uns der Getränkemarkt Winkler zukommen ließ. Bis zum Eintreffen der Teilnehmer am Sonntag gelang es uns aber wieder, sämtliche Wohnzelte, Küchen-, Feuer- und Aufenthaltszelt aufzubauen.

Brot und Spiele

Bereits der alte Cäsar wusste, wie man das Volk bei Laune hält, seine Einstellung lässt sich auch auf das Zeltlager übertragen.

Brot: gibt’s nur noch zum Frühstück, da die verwöhnte Mitfahrerschaft sich damit schon lange nicht mehr zufrieden gibt. Zwei warme Mahlzeiten am Tag erfreuten den Gourmetgaumen der Teilnehmer. Die stetige Weiterentwicklung unserer Küche lässt die Vermutung zu, dass wir durch neue Gerichte wie z.B. Risotto und Geschnetzeltes bald eine 3 Sterne Auszeichnung erhalten. Das schöne Wetter war auch für den Küchendienst eine Wohltat. Im Freien mit trockenem Holz zu kochen ist ein Luxus, den wir uns letztes Jahr leider nicht leisten konnten.

Spiele: haben sich seit der alten Römerzeit weiterentwickelt. Nachdem das „Sitzhandballspiel“ dieses Jahr ausgelassen wurde, konnten wir leider nicht an die Brutalität der Gladiatorenkämpfe anknüpfen. Dennoch ist das Zeltlager nichts für Warmduscher und Stubenhocker. Ein volles Programm boten Spiele wie Krabbencatchen, Sitzfußball, Tischtennis, Blind-Soccer, Volleyball, Badminton, der Postenlauf und viele andere. Auch die Schnitzeljagd, die im letzten Jahr witterungsbedingt leider ausfallen musste, konnte wieder stattfinden. Wem das noch nicht genug war, der konnte sich bei einer Runde Magic in die Welten der Sammelkartenspiele einführen lassen oder die Showeinlagen eines gewissen M. O. im THW Zelt genießen.

Badeseen und die bayerische Verfassung

Artikel 141 Denkmalschutz; Naturschutz; Freier Zugang zu Naturschönheiten (3)

„…Staat und Gemeinden sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen und Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten…“

Hört sich gut an, ist auch sinnvoll, aber in Soyen hat man leider noch nichts davon gehört. Wie wir leider feststellen mussten, war der nahe gelegene Soyener See komplett umzäunt. Nach einer längeren Wanderung gelang es uns doch noch, ein sog. „Strandbad“ zu finden. Als Gegenleistung für die Badegebühr wurde der Zutritt zum See, jedoch keine weiteren Leistungen wie die Benutzung sanitärer Anlagen (nicht einmal der Toiletten), gewährt. Trotz des Unwissens über die bayerische Verfassung kennt sich der Betreiber des Soyener „Strandbades“ mit den Gegebenheiten von Angebot und Nachfrage bestens aus. Wie sonst könnte man den spontanen Preisanstieg einer Packung Chips von 1,40 € auf 2,00 € erklären, der sich nach unserem ersten Badebesuch mit 40 Kindern ereignete?

Was ist los mit den Wimpelklauern?

Auch in diesem Jahr wurde natürlich wieder der Wimpel in der Mitte des Zeltlagers aufgebaut und von uns allen Tag und Nacht bewacht. Eigentlich dachten wir, dass die Wimpelangreifer eine gute Chance hätten, bedingt durch den kleinen Zeltplatz konnte nämlich nur ein eher kleiner und dünner Baum aufgestellt werden. Durch die geschickte Verschleierungstaktik des Herrn Pfarrers, der Informationen über die Lage des Zeltplatzes nur spärlich herausgab (Leute mit besonders dreisten Anfragen soll er sogar nach Marktl geschickt haben), blieb der große Ansturm jedoch aus. Die Angreifer, die uns fanden, waren meist nicht sehr zahlreich und noch weniger erfolgreich, so dass auch diesmal der Wimpelmast wieder von uns zu Fall gebracht werden musste. Diese Arbeit war schnell getan, ein kurzer Anlauf, vier Leute mit einem Seil und die Sache war erledigt. So einfach kann es gehen! Nicht aufgeben Wimpeldiebe, wir sehen uns nächstes Jahr (aber nicht in Marktl).

Letzte Worte

Am Abend des großen Feuers war schon der Großteil der Zelte wieder abgebaut und die meisten Teilnehmer übernachteten im Freien, was äußerst merkwürdige Gesichtsbemalungen zur Folge hatte. Obwohl am letzten Tag nicht mehr viele Zelte abgebaut werden mussten, war die Zeit zum Faulenzen noch nicht gekommen. Denn aufgrund der bereits erwähnten schlechten Verkehrsanbindung des Lagers musste das gesamte Equipment erneut mit Hilfe von Muskelkraft und Einzelfahrten mit Anhänger zum Verladeplatz transportiert werden. Als Abschluss des Zeltlagers wurde noch das allseits beliebte Joghurtessen durchgeführt. Und schon war das Zeltlager wieder vorbei. Nach 10 Tagen Spaß und fast durchgehend schönem Wetter hoffen wir nun natürlich alle auf eine ebenso gelungene Fortsetzung im nächsten Jahr.

Michael Alversammer, Thomas Kaiser mit Unterstützung von Martin Reicheneder