Offizieller Bericht

Wenn wenige viel erreichen…

Das Zeltlager 2001

    Jetzt ist es also geschafft. Das Zeltlager 2001 ist über die Bühne gegangen und war dabei harmonisch und gelungen wie kaum eines zuvor. Die Legende und einige ganz alte Verantwortliche (der Gini) schwärmten in diesem Zusammenhang bisher immer von Krottenmühl 1994. Ähnliches erreichten wir erst wieder in diesem Jahr. Ein sehr überschaubarer Kreis von sieben Verantwortlichen hat mein Wir-sind-zu-wenig-Gejammer der Vorbereitungsphase schließlich widerlegt, vor allem wohl durch die bessere Abstimmung untereinander in einer kleineren Runde. Und natürlich auch durch die tatkräftige Unterstützung unseres Pfarrers Thomas Schlichting, für die wir uns auch an dieser Stelle noch mal bedanken wollen. Alles über die früheren Lager, Fotos und auch ein Haufen allgemeine Informationen zu unserem Zeltlager sind übrigens seit kurzem auf unserer immer noch ständig wachsenden Homepage www.zeltlager-traunreut.de zu finden.

Eine Wiese…

    Aber nun zu diesem Jahr. Wir waren mal wieder in Schonstett in der Nähe von Amerang. Auf einem Platz, den wir bereits vor vier Jahren entdeckt und bewohnt hatten. Und mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht hatten. Dies liegt zum einen an dem sehr netten und hilfsbereiten Bauern, dem Besitzer der Wiese, und zum anderen an den örtlichen Gegebenheiten. So ist der Platz auf drei Seiten von Wald umgeben, für den wir zum größten Teil auch die Erlaubnis bekamen, totes Holz für unser Lagerfeuer zu entnehmen. Darauf sind wir natürlich in besonderem Maße angewiesen, da unser Lagerfeuer nicht nur der Nachtwache Licht und Wärme spendet, sondern auch einzige Kochgelegenheit ist. So zauberten unsere beiden Küchenchefs mit Hilfe des jeweiligen Küchendienstes über diesem Feuer beinahe jeden Tag zwei warme Mahlzeiten. Und das für gut 60 Leute. Den Holzverbrauch hierfür kann man sich vorstellen.

…Spiel und Spaß…

    Ein weiterer entscheidender Vorteil dieses Platzes ist der kleine Badeweiher, den die Gemeinde Schonstett nur 15 Gehminuten von unserer Wiese entfernt unterhält. Und der vor allem keinen Eintritt kostet. Da im Vergleich zum letzten Jahr das Wetter außerordentlich gut mitspielte bot uns diese Badegelegenheit, wie auch die direkt hinter unserem Zeltplatz vorbei fließende Murn, manche willkommene Abkühlung nach einem heißen und arbeitsreichen Tag. Für die Teilnehmer besteht die Arbeit vor allem in der Mithilfe bei einem der fünf Dienste, von denen jeder im Laufe des Zeltlagers einmal belegt werden muß. Eingeteilt wird dabei zeltweise. So darf jeder einmal morgens, mittags und abends beim Kochen helfen, außerdem als Holzdienst für das nötige Brennholz sorgen. Und jeder ist als ZBV (=zur besonderen Verwendung) einen Tag lang für diverse im Lager anfallende Arbeiten zuständig. Die restliche Zeit wird neben dem Baden am See auch ausgefüllt von einigen Geländespielen, wie z.B. der Schnitzeljagd nach einer Bonbonfährte. Einen weiteren Geländespiel-Klassiker hatten wir nach einigen Jahren Pause wieder im Programm, nämlich das ABC-Spiel. Dabei muß zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Gegenstand aus der Natur gefunden werden. Extrapunkte gibt es dabei für besonders einfallsreiche Lösungen. Wie man gesehen hat bot auch dafür die Gegend um den Zeltplatz ausreichend Material, vom Angeknabberten Blatt über das Jägerstandteil bis zum Zinnkraut.

…gutes Wetter…

    Indirekt großes Glück mit der Platzwahl hatten wir auch, da wir in Schonstett von dem besonders in Traunreut wütenden Hagelsturm verschont blieben. Dieser zeigte sich bei uns lediglich als kurzes Gewitter. Um so mehr geschockt waren wir, als wir von den Verwüstungen daheim erfuhren und uns ausmalten, was ein ähnliches Wetter im Lager angerichtet hätte. Schließlich verbringen wir zehn Tage ohne sturmfeste Behausung komplett in der freien Natur. Neben unseren mit fünf bis sechs Personen belegten Wohnzelten, von denen wir dieses Jahr 14 aufgestellt hatten, dienen noch ein großes Aufenthaltszelt, das sog. THW-Zelt, und das Feuerzelt als Unterschlupf vor Wind und Wetter. Außerdem gibt es noch ein Küchen- und unser neu erworbenes Vorratszelt, diese beiden sind allerdings ausschließlich der Küche vorbehalten.

    Neben dem bereits erwähnten Gewitter bescherte uns Petrus nur noch am letzten Abend beim großen Abschlussfeuer ein wenig Nässe von oben, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Trotzdem wurde bei einer leckeren Bowle bis in die Nacht hinein gesungen und gefeiert und durch den vom Wandi früher als normal entzündeten Holzstoß kamen wir auch vor dem einsetzenden Regen noch lange in den Genuss des wärmenden Feuers. Einzige Auswirkung dieser Niederschläge war, dass sich am darauf folgenden Tag das Abbauen etwas hektischer gestaltete. Schließlich mussten innerhalb eines Vormittages alle Zelte abgebaut und auch sonstige Spuren beseitigt werden.

…und Unterhaltung rund um die Uhr…

    Blieben wir also von den Wetterstürmen weitgehend verschont, so hielt uns der Ansturm an Wimpelklauern zumindest nachts ziemlich auf Trapp. Diese versuchen in nächtlichen Aktionen unserer Wimpel habhaft zu werden und diese möglichst gewinnbringend an uns wieder auszulösen. Verhindert wird dies allerdings meist von unserer aufmerksamen Nachtwache. Tatsächlich gelang es aber diesmal einer Gruppe, in einem Blitzangriff unseren Masten zu fällen. Ihre Beute konnten wir ihnen jedoch wieder abjagen, bevor sie damit das Lager verlassen hatten. Trotzdem herzlichen Dank an alle, die sich zu unserer Unterhaltung die Nächte im Wald um die Ohren geschlagen haben. Und mehr Glück im nächsten Jahr. Bis dahin bin ich natürlich auch gerne wieder bereit, mich von gewissen Resten der sog. „Glorreichen Sieben“ mit Wir-chartern-einen-Hubschrauber-Plänen unterhalten zu lassen.

    Als einziger Wermutstropfen bleibt schließlich nur noch die unfaire Aktion einer anderen Gruppe von Wimpelklauern, die aus Enttäuschung über ihren Misserfolg unser Volleyballnetz haben mitgehen lassen. Dies ist eigentlich nicht Sinn der Sache. Geklaut werden dürfen nur die Wimpel, die wir dann auch auslösen. Das Entwenden von anderen Dingen müssen wir, auch rechtlich, als Diebstahl betrachten.

…fertig ist das Zeltlager!

    Davon abgesehen war das Zeltlager aber mal wieder eine schöne und gelungene Veranstaltung. Die Fotos werden, wie auch dieser Bericht, demnächst im Internet zu finden sein. Außerdem wird es für die Teilnehmer noch ein Nachtreffen am ersten Sonntag nach den Schulferien, diesmal der 16. September, um 15 Uhr im Pfarrsaal geben. Dabei können Fundsachen und Erinnerungen ausgetauscht werden, wir hoffen auf Kuchenspenden für einen gemütlichen Kaffeeklatsch und der Herr Pfarrer wird wohl wieder belastendes Videomaterial aus diesem Zeltlager präsentieren.
Und dann heißt es wieder warten. Ein langes Jahr bis zum Zeltlager 2002.

Martin Reicheneder